Brennerei

Stefans ganzer Stolz sind seine Brände. Kritisch verfolgt er die Reifung, probiert immer wieder. Nur Brände, die er selbst gerne trinkt, kommen in den Verkauf. Christa stammt aus einer alten Schnapsbrennerfamilie. Das Destillieren wurde Stefan in die Wiege gelegt. Trester destilliert er heute genauso wie seine Großmutter und sein Urgroßvater es taten.

Tresterbrände

Der Schwerpunkt liegt auf den Trauben, die rund ums Weingut wachsen. Trester, Weinbrand, Weinhefe – Stefan ist an der Quelle und bekommt die Rohstoffe frisch von bester Qualität.

Den Tresterbrannt gewinnen wir aus ausgepressten Trauben. Vor 80 Jahren presste mein Urgroßvater die Trauben mit eigenen Händen aus, eine harte Arbeit, so als würde man heute täglich 10 Stunden ins Fitnessstudio gehen. Zuerst presste er die Trauben, wenn dann kein Saft mehr lief, öffnete er die Presse, die Maische wurde neu vermischt und dann wieder von Hand gepresst. Dieser Vorgang wiederholte sich, bis es sich nicht mehr lohnte weiterzuarbeiten. Die Maische war dann immer noch recht feucht und viel zu schade, um im Weinberg als Dünger zu enden. Mein Urgroßvater hatte im Hof ein großes Tresterloch, dort kam der noch feuchte Trester hinein, war das Tresterloch voll, wurde es mit Lehm luftdicht verschlossen, der Fruchtzucker in der Maische konnte jetzt zu Alkohol vergären. Im Winter bei Schnee und Eis, wenn der Rebschnitt in den Weinbergen fast unmöglich war, öffnete meine Großmutter, damals noch eine junge Frau, mit den Arbeitern das Tresterloch und es wurde der Tresterschnaps destilliert.

Die Nachbarn brachten kaltes Kühlwasser vom Brunnen, im Tausch gegen heißes aus der Destille. Großmutter hatte Kühlwasser und in der Straße war Wasch- und Badetag.

Obstbrände

Das warme Pfälzer Weinklima bringt aromatische Mirabellen, Zwetschgen, Äpfel, Birnen zur Vollreife  – Brennerherz, was begehrst Du mehr – Stefan kennt seine Obstbauern teilweise noch aus der Schule. Durch diese Beziehungen bekommt Stefan das beste Obst für seine Brennerei.

Winzer Gin

Der Winzer Gin ist der heimliche Star im Sortiment. Mit Wachholder und diversen anderen Kräutern aromatisiert aber der war noch nicht rund und nachhaltig genug. Was konnte man denn da noch machen…
Wochen und zahllose Proben später war es klar: “dem Gin fehlt ein guter Schluck abgelagerter Weinhefebrand“. Der Winzer Gin ist jetzt rund, nachhaltig, mild und der Eigenverbrauch ist nicht zu unterschätzen.

Vogelbeere

Hoch hinaus mussten wir für die Vogelbeeren. Kleine Äste mit Vogelbeeren und Blättern haben wir geerntet. Mit der Entrappmaschine, mit der man Trauben von Stielen und Stengeln trennt, konnten wir die orangenen Beeren vom Rest trennen. Kleine Verunreinigungen haben wir, während die Beeren aus der Maschine fielen, mit Pressluft entfernt. Endlich hatten wir die reinen Beeren. Aber Vogelbeeren schmecken erst, wenn ein Frost über die Frucht gegangen ist. Daher haben wir die Beeren bei einem befreundeten Metzger eine Woche im Kühlhaus tiefgefroren. Das Ergebnis: Ein Destillat mit einer feinen Marzipannote – fantastisch zum Kaffee und zur dunklen Schokolade.